Rechenschaftsbericht des SCHMIT-Z e.V.

für den Zeitraum seit der letzten Mitgliederversammlung am 24.09.2021

Umbau

Die geplanten Maßnahmen wurden erfolgreich abgeschlossen. Zusätzlich wurde die barrierefreie Toilette endlich fertiggestellt, die Überdachung für den Müllhof und die letzten Elektroarbeiten wurden erledigt. Am 14. November wurde das „neue“ SCHMIT-Z bzw. das Proud-Café mit einem „Tag der offenen Tür“ feierlich eröffnet. Zu Gast waren unter anderem der queere Landesbeauftragte Staatsekretär David Profit, Oberbürgermeister Wolfram Leibe, der Kulturdezernent Markus Nöhl, die Bürgermeisterin Elvira Garbes und Joachim Schulte von QueerNet RLP e.V..

 

Proud Café/Bar

Durch einen Zuschuss des Landes konnten wir die technische Ausstattung der Bühne im SCHMIT-Z aufstocken, sodass wir jetzt über eine professionelle Kleinkunstbühne verfügen. Wir erhoffen uns dadurch viele unterschiedliche professionelle und nicht professionelle Künstler anzusprechen. Leider hat uns die Coronapandemie die angestrebten und erhofften Ziele nicht ganz erreichen lassen. Wir konnten seit der Neueröffnung im Oktober nur eine der geplanten Partys in unseren Räumen anbieten. Einige wenige Veranstaltungen fanden trotzdem statt: das Weihnachtskonzert mit Eli, Tuntenbingo mit der Freien Tuntenpartei, eine Musikveranstaltung mit Kadda & Daniel, die Karneval-Ersatzveranstaltung „Queeres Allerlei ganz nebenher!“ und eine Open-Mic-Veranstaltung. Alle Angebote fanden unter den zu der Zeit geltenden Coronaregeln statt und waren unterschiedlich gut besucht. Rückblickend stellen wir fest, dass (anders als bei Open-Air-Veranstaltungen im Queergarten) die Leute noch vorsichtig sind an öffentlichen Angeboten in Innenräumen teilzunehmen.

 

Queergarten

Leider war die Biergartensaison im letzten Jahr sehr verregnet, so dass wir den Queergarten nicht wie erhofft mit einem Gewinn abschließen konnten. Hierbei haben, trotz der früheren Biergartenöffnung und dem Angebot wechselnder Foodtrucks, vor allem die Personalkosten das Ergebnis ins Minus gedrückt.

Durch Zuschüsse aus dem Programm „Neustart Kultur“ und der Kulturförderung der Sparkasse Trier konnten wir allerdings eine größere Bühne nebst Technik finanzieren.

Der neue Gruppenraum im 1. OG bietet den verschiedenen Gruppen (Oase, SCHLAU, Route 66, Schwufo Platz für ihre Treffen. Aktivitäten wie Filmabende, gemeinsames Essen, Workshops, Vorträge etc. sind dort möglich. Die angeschlossene Küche wird ab Frühjahr 2022 nutzbar sein.

Seit den Corona-Lockerungen fanden die Treffen unter den jeweils aktuellen Regelungen (Nachweis 3G, Maske am Sitzplatz etc.) statt. Das Feedback der Gruppenleitungen zeige, dass die Besucher*innen sich an die Regelungen halten und es keinerlei Konflikte gab.

Die Gruppe der Queerulantinnen sowie der Regenbogenfamilien pausierte länger und wird sich voraussichtlich ab Mai/Juni wieder im Queergarten treffen.

Die Gruppe Prisma und die Transgender Gruppe treffen sich freitags im Rahmen der Öffnungszeiten des Proud, da diese Gruppen eher einen Stammtischcharakter haben.

Der neue Gruppenraum wird vereinzelt auch an Gruppen außerhalb des SCHMIT-Z vermietet, wie z.B. Feministische Vernetzung Trier, Selbsthilfegruppe Sekis, Buntes Trier oder verschiedene Arbeitskreise der Stadt Trier.

Beratung

Wie auch 2020 konnten wir die Beratung, angepasst an die jeweils geltenden Corona-Vorgaben, für persönliche Gespräche öffnen. Weiterhin nutzen einige Ratsuchende auch die Möglichkeit die Beratung via Telefon oder Videochat durchführen zu können. Über 130 Beratungen haben im Jahr 2021 stattgefunden, von denen ca. 70 % mit dem Thema Transidentität bzw. Geschlechtsidentität verbunden sind. Weitere Themen sind: homosexuelles Coming-out am Arbeitsplatz, Mobbing in der Schule, Queer und Flucht sowie Anschluss an die Community oder Gruppen des SCHMIT-Z e.V. Des Weiteren bieten wir auch aufsuchende Beratung an, das bedeutet, dass Ratsuchende in die Schule oder zu einem Besuch des Arbeitsamtes begleitet und unterstützt werden. Unsere Beratung erfreut sich eines großen Zulaufs und wird von anderen Beratungsstellen und therapeutischen Praxen in Trier weiterempfohlen.

 

SCHLAU

Das SCHLAU Team ist auch in diesem Jahr wieder gewachsen. wächst auch weiterhin und besteht zurzeit aus 15 Personen verschiedenen Alters und aus unterschiedlichen Berufsgruppen. Viele Workshops, die aufgrund der Coronapandemie ausgefallen sind, konnten nun nachgeholt werden. Aktuell wird das Projekt nicht mehr beworben, da das ehrenamtliche Team an seine Kapazitätsgrenzen stößt. Dies wird sich hoffentlich ab Sommer 2022 wieder ändern, wenn der gewohnte Rhythmus in den Schulen wieder einkehrt.

Im Jahr 2021 hat das Team über 750 Schüler*innen und Jugendliche in Workshops besuchen können.

 

Projekt Familienvielfalt (QueerNet RLP e.V.)

Das Projekt wird weiterhin für die Region Trier von Vincent Maron betreut. Ab Mitte 2022 wird auch die Region Pfalz, die zurzeit teilweise von Trier aus mitbetreut wurde, wieder durch eine neue Mitarbeiterin besetzt sein. Die Arbeit des Projektes in unserer Region ist mittlerweile sehr routiniert und durch die Bekanntheit ist es keine Herausforderung mehr, Personen und auch Einrichtungen für Fortbildungen zu gewinnen. Seit Mitte 2021 hat das Projekt die Fortbildungsinhalte auf den Bereich „LSBTI in Pflegeberufen“ erweitert, da das Thema Diversität seit der generalisierten Pflegeausbildung fester Bestandteil in den Krankenpflegeschulen ist. Seitdem konnten Fortbildungen an den Schulen in Daun, Bitburg und Trier durchgeführt werden.

 

QueerNet RLP e.V.

Im Rahmen der Reihe „Aufbrechen! Queere Emanzipation von Weimar bis heute“ veranstaltete das SCHMIT-Z und QueerNet Rheinland-Pfalz im Oktober als erste Veranstaltung im neuen Gruppenraum des Zentrums ein Zeitzeug*innen-Gespräch moderiert von Joachim Schulte. Es wurden Themen besprochen wie z.B.“ Welche Vorbilder in der Öffentlichkeit oder auch privat gab es?“ oder „Welche Rolle spielte das SCHMIT-Z für die persönliche Entwicklung?“. Mitglieder des SCHMIT-Z e.V. bringen sich auch aktiv in das Vereinsleben von QueerNet RLP e.V. ein. So sind Mark Hummel und Andreas Hisgen im Vorstand tätig und Oliver Bell und Vincent Maron übernehmen seit fünf Jahren die Aufgabe der Kassenprüfer.

 

Projekt „Queer.Comm Konz“

Durch eine langjährige Kooperation mit dem Gymnasium Konz sowie dem Einsatz einer Lehrkraft wurde 2021 eine queere Schüler*innen AG an der Schule gegründet. Zusammen mit Personen des SCHLAU Projektes wurden 2 Webinare für Jugendliche durchgeführt, die AG war aktiv an der Stolpersteinverlegung in Konz und als Fußgruppe am CSD 2021 beteiligt. Anfang 2022 hat die Schule das Siegel „Schule der Vielfalt“ erhalten. Das SCHMIT‑Z und das SCHLAU Projekt agieren als feste Kooperationspartner mit der AG und stehen im regen Austausch mit den jungen Menschen sowie der Lehrkraft.

  • Theater Unter erschwerten Bedingungen für Akteure und Publikum haben wir es wieder geschafft eine Theaterproduktion der SCHMIT-Z-Family auf die Beine zu stellen. An vier gut besuchten Abenden in der TUFA wurde die Wiederaufnahme von „Mode, Murks, Moneten!“ unter den vorgegebenen Coronaregeln aufgeführt. Vor jeder Probe und Vorstellung haben sich die Akteure getestet und an den letzten beiden Abenden mussten die Zuschauer sogar während der Vorstellung Maske tragen. Dies Alles hat der guten Laune keinen Abbruch getan und die Produktion war ein voller Erfolg. Sommerfest und CSDDas Sommerfest wurde auf der Wiese vor dem Queergarten gefeiert. Den Besucher*innen wurden neben einer kleinen Kulturbühne auch Getränke- und Essensständen geboten.Der CSD wurde in den September verschoben, in der Hoffnung, dass diese Veranstaltung dann wie gewohnt stattfinden könnte. Jedoch lies auch hier die Pandemie dies nicht zu, sodass das Orga-Team beschloss, die Veranstaltung nochmals auf der Wiese im Palastgarten (vor dem Queergarten) stattfinden zu lassen.Neben einer kleinen Parade von der Porta Nigra zum Palastgarten, gab es ein buntes und abwechslungsreiches Bühnenprogramm auf dem Veranstaltungsgelände im Palastgarten. Durch die Infrastruktur des Queergartens konnten alle Besucher*innen gut versorgt werden und die Menschen haben sich auf dem Gelände gut verteilt.Dank der vielen ehrenamtlich Helfenden konnten die zusätzlichen Aufgaben, die aufgrund der Pandemie in Bezug auf Einlasskontrollen und Hygienemaßnahmen zu bewältigen waren, gut umgesetzt werden.

Ukraine

In Solidarität mit der Ukraine hat sich das SCHMIT‑Z in Kooperation mit der Stadtbücherei, der DFG-Kolleg-Forschungsgruppe „Russische Lyrik in Transition“ der Uni Trier und der wissenschaftlichen Bibliothek Trier an der Lesung „Ukraine, lyrische Stimmen aus dem Krieg 2014 bis 2022“ beteiligt. An diesem Abend wurde auch um Spenden gebeten. Zusammen mit den Eintrittsgeldern der letzten Party im SCHMIT-Z und den Spenden der queeren Karnevalsveranstaltung „Queeres Allerlei ganz nebenbei!“ kam eine Summe von 1.500 Euro zusammen. Das Geld wurde an die Kontaktgruppe Munich Kyjiw Queer überwiesen, die sich für queere Menschen in der Ukraine und für queere Kriegsflüchtlinge in Deutschland engagiert.

Vorstand und Geschäftsführung
Trier, den 20. April 2022

ältere Rechenschaftsberichte (PDF)

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