Tätigkeitsberichte

oder was wir übers Jahr so gemacht haben

Tätigkeitsbericht für den Zeitraum seit der letzten Mitgliederversammlung am 20. April 2018

Im letzten Jahr hat sich das Gruppenangebot im SCHMIT-Z um folgende, regelmäßige Angebote erweitert:

  • Die Queerulantinnen treffen sich einmal im Monat in verschiedenen Lokalitäten. Zurzeit sind es ca. 15-20 Frauen (lesbisch, bi, trans). Die Gruppe kommuniziert über eine eigene Facebook-Seite und freut sich über jede neue Teilnehmerin.
  • Der SCHMIT-Z-Chor hat sich anlässlich der Gala im Oktober gegründet. Nach einem erfolgreichen Auftritt wurde beschlossen den Chor weiterzuführen. Geprobt wird montags in der TUFA. Der Chor ist offen für neue Sänger und Sängerinnen.
  • Der polyamouröse Stammtisch Polyamorie Trier trifft sich alle zwei Wochen und davon jedes zweite Mal im SCHMIT-Z. Willkommen sind alle, die sich für das Thema Polyamorie und alternative Beziehungsformen interessieren.

Der Jugendtreff findet seit Mitte 2018 stets mehr Zulauf an Jugendlichen, vor allem bei den 16 bis 21‑Jährigen. Aufgrund dieses Zuspruchs wurde die Dauer der Treffen bereits um zwei Stunden ausgeweitet. Die Treffen am 1. und 3. Samstag im Monat werden von ca. 20-30 Jugendlichen besucht. Einige dieser Jugendlichen engagieren sich auch bereits in anderen SCHMIT-Z Aktionen, wie z.B. Helfer*in beim Rosa Karneval und Partys, CSD-Infostand oder im SCHLAU-Team. Seit Oktober 2018 finden Vernetzungstreffen mit den queeren Jugendgruppen aus Metz, Saarbrücken, Bernkastel-Kues und Luxemburg statt. Im Herbst wird eines dieser Treffen in Trier stattfinden.

Seit dem Herbst 2018 findet alle zwei Monate, am ersten Sonntag ein offenes Frühstück und Treffen für Regenbogenfamilien und interessierte Paare statt. Das Projekt wurde schnell bekannt und seitdem sind ca. 5-6 Familien inkl. Kinder bei jedem Treffen dabei. Neben dem Austausch über bestimmte Themen, wie Stiefkindadoption, rechtliche Lage von Regenbogenfamilien, Aufklärung in der KITA u.a., bietet die Künstlerin Daniela Kurella immer ein Bastelangebot für die Kinder an.

Im vergangenen Jahr feierte der SCHMIT-Z e.V. sein 25-jähriges Bestehen.

Beginnend mit dem Sommerfest im August fanden die Feierlichkeiten mit der großen SCHMIT-Z Gala unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsidentin Malu Dreyer im Oktober ihren Höhepunkt. Mit einem vielfältigen Programm feierten ca. 800 Gäste in der Europahalle bis in die frühen Morgenstunden. Die Gäste, unter ihnen die Bundesjustizministerin Dr. Katarina Barley, Staatssekretärin Christiane Rohleder, Oberbürgermeister Wolfram Leibe und Kulturdezernent Thomas Schmitt, erlebten eine vielseitige Show mit Ehrungen, politischen Diskussionen und der Vorstellung unserer Arbeit sowie Auftritten der Rosa Garde, des SCHMIT‑Z Chores und der bundesweit bekannten Gruppe Glasperlenspiel. Unterstützt wurde das Programm durch Auftritte der Gruppen und Vereine die dem SCHMIT-Z nahestehen, wie der Stadtgarde Augusta Treverorum, Partyalarm, dem TUFA-Musical und vielen anderen.

Wiedereröffnung

Die umfangreichen Umbauarbeiten in 2018 konnten erfreulicherweise planmäßig fertiggestellt werden. Und somit stand der feierlichen Neueröffnung am 19. Oktober nichts im Wege. Im Rahmen eines Sektempfangs für alle Interessierten durchschnitt unser Oberbürgermeister Wolfram Leibe das regenbogenfarbene Band. Im Anschluss konnten alle Räume des Zentrums besichtigt werden und im Café-Bereich wurden die Gäste mit einem Comedyprogramm unterhalten.

Barrierefreiheit im SCHMIT-Z

Mit Hilfe einer groß angelegten Spendensammlung konnte der barrierefreie Zugang zu den neuen Räumlichkeiten verwirklicht werden. Ein Treppenlift konnte durch die Unterstützung der Aktion Mensch und zahlreichen Spender*innen eingebaut werden, die anstehende Automatisierung der Türen wurde durch eine großzügige Spende des Lions Club Trier finanziert. Nun fehlt noch die Einrichtung einer barrierefreien Toilette. Wir hoffen, dass diese noch in diesem Jahr verwirklicht werden kann.

Außendarstellung

Neue Homepage: Im Rahmen der Neugestaltung unseres Zentrums wurde auch die Internetpräsenz überarbeitet. Seit kurzer Zeit präsentiert sich das SCHMIT‑Z mit einer neuen, modernen Webseite, die von unserem Büroteam mit professioneller Unterstützung entwickelt wurde.

Regelmäßiger Flyer: Ein neuer Flyer, der vierteljährlich erscheint, weist seit der Neueröffnung auf alle Veranstaltungen und Aktivitäten des SCHMIT-Z hin. Mit einer Auflage von 2500 Stück hoffen wir eine große Anzahl an Menschen zu erreichen.

Kulturelles Angebot

Mit dem Umbau wurde auch das kulturelle Angebot erweitert. Die einladenden Räumlichkeiten bieten mehr Platz und bessere Technik für Konzerte, Filmvorführungen, Lesungen, Barabende und Partys. Insgesamt wurden die Veranstaltungen seitdem sehr gut angenommen und die Besucher*innenzahl bei Partys und Barabenden konnte gesteigert werden.

SCHLAU

Wie bereits in den letzten Jahren, ist das Projekt SCHLAU sehr motiviert und erfolgreich. 2018 wurden über 500 Schüler*innen im Raum Trier, Trier-Saarburg, Südeifel und Kreis Wittlich beschult. Das Team besteht derzeit aus 12 Teamenden, von denen die meisten Studierende an der Uni Trier sind. Die Teamenden treffen sich einmal im Monat zu Austausch, Planung und für kleine interne Schulungen. Die Anfragen von Schulen, aber auch FSJ-Gruppen, nehmen zu und steigern somit die Bekanntheit des Projektes.

Was das Team seit ca. 1 Jahr beschäftigt, sind große und kleine Anfragen der AfD-Landtagsfraktion an das Projekt SCHLAU Rheinland-Pfalz. Die Beantwortung der Anfragen nimmt viel Zeit in Anspruch, bergen das Risiko von Demotivation und lassen das Projekt in einem schlechten Licht dastehen. Jedoch ist es durch die gute Vernetzung mit anderen SCHLAU Regionalgruppen und Netzwerken (NRW, Hessen etc.) möglich, die Aufgaben zu verteilen und sachlich zu beantworten. Als Konsequenz hat SCHLAU Rheinland-Pfalz im März 2019 einen offenen Brief an alle rheinland-pfälzischen Landtagsabgeordneten versendet, mit der Bitte um Unterstützung des Projektes und positiver Werbung.

Projekt Familienvielfalt (QueerNet RLP e.V.)

Das Projekt wird unter den Trägern der Kinder-, Jugend-, und Familienarbeit immer bekannter und Anfragen nach konkreter Begleitung und Beratung von LSBTI*-Personen aus verschiedenen Kontexten, wie Jugendhilfe, Schule, Arbeitsamt u.a., steigen. Das Ziel für 2019 ist es, den Bereich Trier-Saarburg gezielter zu erreichen, vor allem durch Fortbildungen. Es findet ein regelmäßiger Austausch und Zusammenarbeit mit den anderen Koordinator*innen aus Mainz, Koblenz und der Pfalz statt. Vertreten ist das Projekt außerdem in der Mitgliederversammlung des Landesnetzwerkes QueerNet RLP e.V.

Thematisch häufen sich seit Mitte 2018 Anfragen – vor allem von Schulen – zum Thema Transidentität und Intersexualität. Erfolgreich konnte Anfang des Jahres 2019 eine Fortbildung zum Thema „Umgang mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt im Alter“ im SCHMIT-Z stattfinden. Noch in den vergangenen Jahren war es sehr schwer Mitarbeiter*innen aus Senior*inneneinrichtungen für dieses Thema zu erreichen.

Netzwerkarbeit Jugend

Das SCHMIT-Z ist in folgenden Netzwerken vertreten: Jugendhilfeausschuss der Stadt Trier, Arbeitskreis AG Jugendpflege, Arbeitskreis Mädchen- und Jungenarbeit, Netzwerk Familienkompass.

Zudem besteht seit drei Jahren eine feste Kooperation mit dem Exhaus, mit dem einmal im Jahr das Fußballturnier „Kick for colours“ im Palastgarten organisiert wird. Ziel dieser Veranstaltung ist ein faires Spiel, Abbau von Vorurteilen und der gemeinsame Spaß am Sport – unabhängig von Geschlecht, sexueller Identität, Herkunft, Religion oder Beeinträchtigung. Zielgruppen sind hier vor allem Jugendliche im Alter von 16-27 Jahren.

Im Oktober fanden wieder die „Coming-out Tage“ für LSBTI*-Personen von 14-27 Jahren statt. An drei Tagen wurden unterschiedliche Angebote für die Zielgruppe konzipiert (Filmabend, Generationencafé, Workshop-Tag etc.), an denen ca. 50 Jugendliche teilnahmen. Überwiegend kamen diese aus den Reihen der Jugendgruppe „Route 66“.

Arbeitskreis „Regenbogenpastoral“

Seit Anfang des Jahres 2018 ist das SCHMIT-Z im Arbeitskreis vertreten. Andere Beteiligte sind das Bistum Trier, der Verein „Queere Christen Saar-Pfalz“, die Gruppen HuK Saarbrücken und Oase Trier sowie unterschiedliche Mitarbeiter*innen aus den Reihen des Generalvikariats. Nach anfänglichen Berührungsängsten, vor allem auf Seiten des Bistums, verliefen die ersten Treffen 2019 sehr positiv. Neben der Beschäftigung mit der Thematik von LSBTI*-Mitarbeiter*innen bei der Kirche – insbesondere in Bezug auf das Arbeitsrecht, queeren Gottesdienstangeboten und der Segnung von homosexuellen Paaren wurden erfolgreich drei Workshops mit dem SCHMIT-Z gebucht:

Mai 2019: Fortbildung für Mitarbeiter*innen aus dem Kontext Kindertagesstätten des Bistums.

Mai 2019: Workshop mit jugendlichen Teilnehmer*innen der Heilig Rock-Tage.

September 2019: Fortbildung für Fachpersonal aus der kirchlichen Jugendarbeit.

Begleitung von queeren Geflüchteten

Im Gegensatz zu den Jahren 2015 und 2016 hat die Anfrage nach Beratung und Begleitung von queeren Geflüchtete etwas abgenommen. Jedoch ist der Bedarf immer noch spürbar, vor allem wenn es um die rechtliche und sozialpädagogische Begleitung von queeren Geflüchteten geht. Fast 90 % der Ratsuchenden sind männlich und schwul, ein geringer Anteil ist lesbisch, bisexuell oder transident. Durch eine gute Kooperation mit der Geflüchtetenberatung der Diakonie und der Caritas Trier, ist es möglich auch rechtliche Fragen, wie z.B. Klage beim Verwaltungsgericht, Abschiebestopp, Kirchenasyl etc., zu klären bzw. direkte Unterstützung zu ermöglichen. Spürbar ist jedoch immer noch eine klare Skepsis gegenüber queeren Geflüchteten, indem die Homosexualität in Frage gestellt wird oder erlebte Diskriminierung und Gewalt nicht als „glaubhaft“ durch das BAMF dargestellt wird.

Daneben engagiert sich das SCHMIT-Z aktiv beim Fachtag „Flucht und Asyl“, der von unterschiedlichen Akteur*innen (Ehrenamtsagentur, Stadt Trier, Refugee Law Clinic u.a.) in diesem Jahr bereits zum dritten Mal durchgeführt wurde.

Kooperation KulturGießerei Saarburg

Nach der Eröffnung der beiden Ausstellung zur Geschichte des Paragrafen 175 in den Räumen der KulturGießerei in Saarburg, wurde die Ausstellung im Januar und Februar in der VHS in Trier gezeigt. Zusätzlich gab es eine Filmvorführung zum Thema „Homosexualität in der NS-Zeit“ im SCHMIT-Z, einen Vortrag zur Geschichte des Paragrafen 175 in der VHS und einen gemeinsamen Stolpersteinrundgang mit der AG Frieden für verfolgte und deportierte Homosexuelle aus Trier. Eine weitere Stolpersteinführung soll am 19.05. im Rahmen des IDAHOBITS stattfinden.

Karl Marx – Queer gedacht

Im Rahmen des Karl-Marx-Jahres führte das SCHMIT-Z zusammen mit anderen Kooperationspartnern eine eigene Veranstaltungsreihe durch. Die Themen der Vorträge waren u.a. „Lesben und Schwule in der DDR“ und „LSBTI in der Arbeitswelt“.

In dem Zusammenhang stand auch das Motto des Trierer CSDs 2018 „Let`s work it out!“

120. Geburtstag von Gertrud Schloß

In Kooperation mit dem Trierer Archiv für Geschlechterforschung und digitale Geschichte e.V. (TAGG), der AG Frieden, der edition treves und der TUFA fand im Januar eine Veranstaltung zu Ehren der im KZ ermordeten Trierer Künstlerin Gertrud Schloß statt.

Im vollbesetzten großen Saal der TUFA wurde der neu aufgelegte Gedichtband „Die Nacht des Eisens“ von Gertrud Schloß mit einem biographischen Essay von Tamara Breitbach vorgestellt. Ausschnitte aus ihren Werken, vorgetragen durch die SCHMIT-Z-Family, eine Diskussionsrunde und Musik von André Mergenthaler rundeten das Programm ab.

Dieser Abend fand im Rahmenprogramm der Ausstellung „Lesbisch, jüdisch, schwul – Verfolgung und Diskriminierung von Homosexuellen unter dem § 175 von 1900 bis 1960“ statt, welche im Foyer der Trierer VHS zu sehen war.

Im Hinblick auf eine Zukunftsvision „SCHMIT‑Z – was nehmen wir mit, wo stehen wir jetzt, wo geht es hin?“ möchten wir in diesem Jahr einen Workshop durchführen. Dazu wählen wir die Methode des World-Cafés, die es ermöglicht in relativ kurzer Zeit verschiedene Fragestellungen zu diskutieren und neue Wege zu eröffnen. Es soll als Auftakt für die weitere Arbeit und Ausrichtung des SCHMIT-Z in der Zukunft dienen.

Vorstand und Geschäftsführung
Trier, den 8. Mai 2019