Tätigkeitsberichte

oder was wir übers Jahr so gemacht haben

Tätigkeitsbericht für den Zeitraum seit der letzten Mitgliederversammlung am 08.05.2019

Seit der Wiedereröffnung unseres Zentrums im Oktober 2018, konnten wir vor allem den kulturellen Bereich unserer Aktivitäten im Sinne unserer Satzung während des ganzen Jahres 2019 verbessern. Das SCHMIT-Z als queeres und sozio-kulturelles Zentrum verwirklichte durch zahlreiche Kulturveranstaltungen, sein originäres Ziel, einerseits ein Ort der Begegnung und Kommunikation für LSBTIQ und deren Freund*innen zu sein, und andrerseits durch die Offenheit seiner Veranstaltungen der allgemeinen Öffentlichkeit Vielfalt und Akzeptanz erlebbar zu machen.

Erwähnt seien nur kurz die Kinoabende von queer gefilmt, Weihnachtskonzert unseres Chors, queere Bandauftritte, Shows mit Herminchen, feministische Poetryslams, Frauentheater mit Joya & Friends, Karaoke Abende, Elternstammtische, Partyabende, aber auch Vorträge und Workshops.

Höhepunkt war sicherlich die aufwendige Tufa-Produktion „Meine liebe Scholle“ im September 2019, ein kultureller Rundgang durch die Stadt mit 10 Stationen. Das SCHMIT-Z wurde als Station das „Wohnzimmer“ von Gertrud Schloss, engagierte Künstlerin und Lesbe, die 1942 im Vernichtungslager Chelmno ermordet wurde, ausgewählt.

Zahlreiche Besucher*innengruppen tauchten an 4 Tagen ein in die Szenerie einer erfundenen Premierenfeier, die von Mitglieder der SCHMIT-Z Family und einer befreundeten Schauspielerin der Tufa unter der Leitung von Karsten Müller dargestellt wurde.

Apropos Tufa: Umjubelt wurde unsere ausverkaufte Theaterproduktion „Ein wirklich liebenswertes Haus!“ geschrieben von Dr. Klaas Michel und hervorragend gespielt vom ehrenamtlichen Ensemble der SCHMIT-Z Family mit tollen Kulissen unseres Bühnenbauteams.

Apropos ausverkauft: Der Rosa Karneval im Messepark unter Motto „Wickie und die Drachenzähmer*innen“ war nicht nur ein voller Erfolg, sondern ein Glück, dass wir noch vor Corona die Großveranstaltung durchführen konnten.

Coronabedingt konnten weder das CSD-Straßenfest noch das große SCHMIT-Z-Sommerfest 2020 stattfinden, auch die wichtigen Einnahmen des Partybetriebes oder anderer Veranstaltungen fielen weg. Umso dankbarer waren wir, dass die Solidarität groß war, und viele Menschen großzügig unserm Verein Spenden für die Überbrückungszeit zukommen ließen.

Ebenso half die Stadt mit zusätzlichen Zuschüssen aus, sodass wir für dieses Jahr in keinen Liquiditätsengpass geraten sind. Knapp einen 1, 5 Monate wurde die Arbeit nur auf Beratung (Telefon, Mail, WhatsApp) und der Akquise von Fördergeldern und Zuschüssen reduziert, um die weitere Zukunft zu gestalten und die Sichtbarkeit des Zentrums zu erhalten. Ab Ende April konnten wieder 1:1 Beratungsgespräche stattfinden sowie kleine Treffen von vereinsinternen Arbeitsgruppen im Café. Seit Mitte August treffen sich auch vereinzelt wieder Gruppen im Café (Oase, SCHLAU, Queerulant*innen etc.) und die Beratung kann wie gewohnt stattfinden. Durch eine gute Kooperation von Alex Rollinger (Geschäftsführung) und Ulrich Hufschmidt (Buchhaltung) mit anderen Trägern von Jugend- und Kulturarbeit der Stadt Trier sowie Stiftungen und dem Land Rheinland-Pfalz konnte der Verein auf zweckgebundene Corona-Fördermittel zurückgreifen, um die finanzielle Situation zu stabilisieren. Für das weitere Vorgehen – auch im Jahr 2021 – bleiben Vorstand, Mitarbeiter*innen und Ehrenamtliche des Vereins weiterhin kreativ und basteln an alternativen Lösungen und Konzepten.

Ab dem 10. Juni lief der erste reguläre kleine queere Biergarten Deutschlands, der Queergarten in Trier. Wir sind begeistert, wie hoch der Zuspruch war. Die mittlerweile 130 Sitzplätzen waren in den Sommermonaten sehr oft komplett belegt. Es beweist, wie sehr die LSBTIQ+-Community nach wie vor reale Orte der Zusammenkunft braucht. Auch konnten dadurch einige Jobs für Studierende geschaffen werden, unterstützt von jeweils einem Ehrenamtlichen im Empfangsbereich.

Dass wir den Queergarten aufbauen konnten, verdanken wir sicher auch dem Stadtvorstand und Stadtrat. Denn um die Gastronomien in der Corona-Zeit besonders zu unterstützen, beschloss die Stadt nicht nur generell mehr Flächen für Außengastronomie anzubieten, sondern auch die Sondernutzungsgebühren für das ganze Jahr zu erlassen. Sowohl der Ordnungsdezernent wie auch die Chefin des Amtes „StadtGrün“ unterstützten daher sofort die Idee eines öffentlichen Biergartens und halfen genauso bei der Umsetzung wie befreundete Gastronomen.

Ebenfalls wurde sofort eine Kooperation mit der Trierer Törtchenmanufaktur geschlossen, die queere Konditorei in Trier, ebenfalls von der Corona-Krise betroffen.

Ein kulturelles Begleitprogramm an jedem Wochenende half mit, immer wieder neues Publikum zu erschließen. Auch hier gab es einen extra Kulturzuschuss der Stadt Trier.

Natürlich mussten auch viele Dinge für diese neue Veranstaltung angeschafft werden. Daher hoffen wir, auch nächstes Jahr mit dem Biergarten weiterzumachen zu dürfen, damit sich die Investition gelohnt hat.

  • Prisma
    • Die Jugendgruppe für alle von 18-29 Jahren. Die Gruppe traf sich vor Corona zweimal im Monat im SCHMIT-Z sowie in anderen Lokalen in Trier. Seitdem der Queergarten geöffnet ist, trifft sich die Gruppe jeweils am 2. und 4. Freitag im Monat dort.  Zu den Treffen kommen immer zwischen 8-15 Personen. Geleitet und koordiniert wird die Gruppen von Lucas und Jasmin. Beide kümmern sich auch ehrenamtlich um die Facebook- und Instagram-Seite sowie um die Verwaltung der WhatsApp Gruppe. Ab Oktober wird sich die Gruppe selbstverwaltet wieder im SCHMIT-Z Café treffen.
  • Queerulant*innen
    • Die neue queere FrauenGruppe traf sich vor Corona einmal im Monat im SCHMIT-Z, nach den Lockerungen der Corona Regelungen dann auch im Queergarten. Aktuell wird ein neuer Termin gesucht, um sich zukünftig selbstorganisiert im SCHMIT-Z Café zu treffen. Es nehmen im Durchschnitt 5-12 Frauen* teil. Die Gruppe hat einen eigenen Facebook-Auftritt, sowie eine WhatsApp Gruppe, die ehrenamtlich von Tina verwaltet und koordiniert wird.
  • Trans in Trier
    • Seit Mitte 2019 findet wieder regelmäßig das TransgenderTreffen im SCHMIT-Z statt. Zurzeit finden die Treffen, die immer am 3. Freitag im Monat ab 19 Uhr stattfinden, im Queergarten statt. Zu den Treffen kommen etwa 8-15 Personen im Alter von 16 bis Mitte 40 Jahren. Aktuell finden die Treffen im Queergarten statt, diese werden aber wetterbedingt voraussichtlich ab Oktober wieder im SCHMIT-Z stattfinden. Es gibt einen Mailverteiler für aktuelle Infos und Terminerinnerungen, dieser wird von Vincent verwaltet. Er agiert außerdem als Ansprechpartner für die Gruppe und Vertretung der Gruppe im Landesnetzwerk QueerNet RLP e.V.

SCHLAU

Wie bereits in den letzten Jahren ist das Projekt SCHLAU sehr motiviert und erfolgreich. Das Team besteht derzeit aus 10 Teamenden, die sich einmal im Monat zum Austausch, Planung und für kleine interne Schulungen treffen. Die Anfragen von Schulen, aber auch FSJ-Gruppen nehmen zu und wir freuen uns über die Bekanntheit des Projektes.

Aufgrund von Corona konnten im Zeitraum März bis Ende Juli  2020 keine Workshops durchgeführt werden. Jedoch wurden trotzdem Anfragen an die Gruppe versendet, die seit Ende August auch wieder angenommen werden konnten. Aktuell werden viele Workshops von Schulen aus Trier, dem Umland und FSJ Gruppen gebucht. Unter den entsprechenden Hygienemaßnahmen ist die Durchführung kein Problem.

Projekt Familienvielfalt (QueerNet RLP e.V.)

Aktuell wird das Projekt für die Region Trier von Vincent Maron betreut; die Bereiche Koblenz und Mainz von zwei weiteren Personen. Die Stelle für die Region Pfalz ist seit einem Jahr unbesetzt. Daher werden auch Anfragen aus dem Raum Kaiserslautern, Kusel und Birkenfeld durch Vincent Maron mit abgedeckt. Aufgrund von Corona wurden einige Fortbildungen und Workshop online angeboten, was sehr gut angenommen wurde und – egal wie es kommen mag – auch für die Zukunft beibehalten wird. Das Projekt wird immer bekannter, wodurch der Tätigkeitsbereich inzwischen fast alle Teile von Rheinlad-Pfalz abdeckt. Die Fortbildungen sind schnell ausgebucht und viele neue Fachkräfte kommen auf das Projekt zu – sei es wegen einer Anfrage zur Beratung von Klient*innen, Interesse an Fortbildungen oder anderen Veranstaltungen sowie allgemeinem Austausch und Netzwerkarbeit.

Netzwerkarbeit durch das SCHMIT-Z

Das SCHMIT-Z ist in folgenden Netzwerken vertreten: Jugendhilfeausschuss der Stadt Trier, Arbeitskreis AG Jugendpflege, Arbeitskreis Mädchen- und Jungenarbeit, Netzwerk Familienkompass, AK „Sexualität und Gesundheit“ sowie in Kooperation mit anderen Trägern aus Stadt und Region. Zudem findet ein reger Austausch und Netzwerkarbeit mit verschiedenen anderen städtischen Gremien und Ausschüssen (z.B. Kulturausschuss, TUFA, TTM etc.) durch den Geschäftsführer Alex Rollinger statt – dies beinhaltete auch die Pflege der Kontakte zu den Fraktionen des Stadtrates Trier sowie dem Stadtvorstand.

Zum Pride 2020 wurden zum ersten Mal 8 Regenbogenflaggen an der Moselbrücke in Bernkastel-Kues gehisst. Dies entstand durch die Zusammenarbeit des SCHMIT-Z e.V. mit dem Jugendkulturzentrum Bernkastel-Kues und aktiv initiiert durch Tina aus der Queerualnt*innen-Gruppe.

  • CSD & Sommerfest 2019
    • 2019 stand der CSD unter dem Motto „No fear live queer“. Das erste Mal wurde ein Demo durch die Stadt Trier organisiert. Wir waren sehr erfreut dass ca. 1.000 Menschen an der Parade teilgenommen haben. Neben dem bunten Bühnenprogramm waren zahlreiche Infostände von unterschiedlichen Gruppen, Parteien und Organisationen vor Ort und der Tag war ein voller Erfolg.Das Sommerfest auf dem Willy-Brandt-Platz war wie jedes Jahr ein bunte Mischung auch regionalen Bühnenakteur*innen, ehrenamtlichem Engagement an den Getränke- und Essensständen sowie familiärer Community-Stimmung. Das erste Mal wurde in Kooperation mit der Gruppe der Regenbogenfamilien eine Mitmach-Aktion (Bemalung eines Banners zum Thema Vielfalt) angeboten, auch die Hüpfburg der Mobilen Spieleaktion wurde gut von Groß und Klein genutzt.
  • CSD & Sommerfest 2020
    • Corona bedingt konnten in diesem Jahr weder der CSD noch das Sommerfest in der gewohnten Form stattfinden. Der CSD wurde in kleiner und alternativer Form am 18. und 19.09.2020 nachgeholt, wobei die Gedenkveranstaltung und das Kulturprogramm im Queergarten stattfanden, zudem wurde ein Rundgang durch das queere Trier und eine Kinoveranstaltung im Broadway angeboten. An der kleinen CSD-Demo von der Porta bis in den Queergarten  haben ca. 150 Personen teilgenommen. Im Anschluss gab es im Queergarten ein kleines Bühnenprogramm, welches von 200-300 Personen im Queergarten und im umliegenden Palastgarten verfolgt wurde.Für die kommenden Jahre muss das CSD-Team sicherlich über weitere kreative Möglichkeiten nachdenken, um einen CSD und auch ein Sommerfest wieder stattfinden zu lassen.

Vorstand und Geschäftsführung
Trier, den 8. Mai 2019